AUSWIRKUNG DES GESCHLECHTS, WO UNTERSCHEIDEN SICH MÄNNER?

16.02.2018

Immer wieder wird die Frage gestellt, ob Frauen und Männer die Arbeitszufriedenheit und das Commitment gegenüber dem Arbeitgeber unterschiedlich beurteilen. Die Analyse bei mehr als 100’000 Schweizerinnen und Schweizern ergab interessante Ergebnisse:

Bei der Gesamtzufriedenheit, dem Commitment sowie dem wahrgenommenen Spirit im Unternehmen gibt es keine Unterschiede zwischen den Geschlechtern! Männer wie Frauen sind gleichermassen zufrieden mit der gesamten Arbeitssituation, fühlen sich gleichermassen zugehörig zum Unternehmen und erleben den Spirit des Unternehmens gleich.

Unterschiede bestehen hingegen in Bezug auf den Arbeitsinhalt: Männer beurteilen die Fragen nach dem Arbeitsinhalt durchgehend besser als Frauen: Sie können ihre Kenntnisse und Fähigkeiten mehr einsetzen und die Arbeit entspricht mehr ihren Interessen. Zudem beurteilen sie ihre Entwicklungsmöglichkeiten als deutlich besser. Dabei können unterschiedliche Faktoren eine Rolle spielen: In der Schweiz arbeiten 36% der berufstätigen Frauen in einer Teilzeitanstellung (unter 90%). Es kann davon ausgegangen werden, dass gerade Teilzeitarbeitende beim Arbeitsinhalt und bei den beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten Abstriche machen müssen. Weitere Einflussfaktoren können ein nach wie vor Männerdominierte Arbeitswelt sowie unterschiedliche Eigenansprüche sein.

Als Indikatoren für eine Vertrauenskultur fragen wir in der Mitarbeiterbefragung, ob Mitarbeitende bei Problemen ihre Meinung äussern und ob im Team Probleme angesprochen werden. Diese beiden Punkte werden von Männern ebenfalls höher bewertet als von Frauen. Der Grund für die höhere Bewertung kann im Unterschied der Konfliktfreude liegen. Zudem interessiert die Männer die Meinung des Umfelds nicht ganz so stark wie dies bei den Frauen der Fall ist. Nächsten Monat erfahren Sie, welche Aspekte Frauen im Vergleich zu Männern höher bewerten.

Grafik 1: Sicht der Männer im Überblick